Zu Beginn hängt die Orange an einem grossen Baum auf einer Orangenplantage und reift vor sich hin. Wenn sie reif ist, wird sie von Arbeitern gepflückt und in grossen Kisten in ein Lager gebracht, bis sie von einem Lastwagenfahrer abgeholt werden.Die Orangen werden in eine Entsaftungsfabrik gebracht, wo sie zuerst maschinell gewaschen und nach ihrer Grösse sortiert werden. Anschliessend kommen die Orangen in eine Presse, wo sie ausgequetscht werden. Dies wird meist alles von einer Maschine erledigt und nur noch von wenigen Arbeitern überwacht.
Da viele O-Säfte nicht frisch gepresst werden, wird aus dem süssen Saft und dem Fruchtfleisch ein Konzentrat hergestellt, das später mit Wasser verdünnt wird.
Dieses Konzentrat wird dann von weiteren Arbeitern in einen Kühlraum gebracht, wo es gefriert. Gefroren, bringen die Arbeiter das Konzentrat weiter in einen Laster, welcher die gefrorene Fracht zum Flughafen oder zum Schiffshafen. Hier wird die Fracht verladen und in viele Länder gefahren.
Im Land angekommen, wird ausgeladen und damit wieder eine Lastwagen durch neue Arbeiter beladen. Der Lastwagen bringt die ehemaligen Orangen in eine Abfüllfabrik. Hier wird das Orangensaftkonzentrat mit Wasser und anderen Zutaten maschinell gemischt. Der Orangensaft wird nun in die verschiedensten Packungen, sei es Glas, ein Tetrapack oder in Pet-Flaschen abgefüllt. Der abgefüllte O-Saft wird verpackt und zu den einzelnen Verkaufstellen gebracht.
Hier werden die grossen Pakete von Lagerarbeitern ins Lager geschaffen und von Angestellten mit einem Strichcode versehen und in die vorgesehenen Regale ins Geschäft gebracht.
Nun komme ich endlich auch ins Spiel. Ich gehe ins Geschäft, greife mir den Orangensaft und stell mich an der Kasse an. Die Kassiererin zieht die Packung über den Strichcodeleser und sagt mir wie viel ich bezahlen muss. Ich gebe ihr das Geld und gehe nach Hause. Da hole ich ein Glas aus dem Schrank, öffne die Tetra-Packung und schenke mir den O-Saft ein.
Wenn ich die lange Reise meines Orangensaftes lese, fällt mir auf, dass sehr viele Arbeitsschritte mit Maschinen erledigt oder er mit den verschiedensten Verkehrsmitteln transportiert wurde. Durch die Produktion wird also sehr viel CO2 ausgestossen. Sollte ich nun auf meinen Genuss verzichten? Der Umwelt zuliebe schon, aber ich denke, dass dies nur ein kleiner Trost für die Natur wäre, denn es gibt viel grössere Probleme, welche angegangen werden sollten.
Bildquelle: http://www.ernaehrung-schwarz.de/istockphotos_corinna/Orangensaft.jpg
Also Daniela, da könnte ich doch gleich das Argument der Verallgemeinbarkeit (Ethik und Recht-Modul, FS09, Skript Moral&Ethik S. 18) bringen, im Sinne von „Wenn alle so denken würden...“. Aber nein, ich verstehe was du meinst, mir geht es nämlich ganz ähnlich.
AntwortenLöschenWie uns das Schreiben dieser Blogs doch zum Nachdenken anregt, findest du nicht auch? Ich muss nämlich gestehen, ohne diesen Wochenimpuls hätte ich mir wohl kaum jemals überlegt auf was für eine Reise meine Kaugummis oder dein Orangensaft gehen... so können wir nun doch sagen wir haben wieder mal was gelernt oder zumindest unseren (beschränkten – nicht böse gemeint) Horizont erweitert?!
gnüss din zmorge (trotzdem)!
valen LG06Db (aber da weisch jo)
Als ich deinen Post gelesen habe, sind mir viele Ähnlichkeiten zu meinem aufgefallen. Obwohl Orangensaft und eine Jeans eigentlich nicht viel gemeinsam haben, erleben sie doch beide einen lange Weg, bis sie dort angelangt sind, wo wir sie kaufen können – in einem Geschäft. Dazu sind sehr viele Menschen nötig. Ich finde, genau diesen Aspekt beschreibst du in deinem Text sehr schön. Die einzelnen Stationen, die du aufzählst, lassen erahnen, wie viele Personen wirklich an dem Saft gearbeitet haben, bevor er bei dir angelangt ist. Und du erwähnst sogar jemanden, den ich total vergessen habe: die Verkäuferin! Ich denke, alle diese Menschen profitieren davon, wenn du dir einen Orangensaft kaufst. Also würde ich sagen, vom sozialen Aspekt her gesehen solltest du auf keinen Fall auf den Genuss verzichten – und dir zuliebe natürlich auch nicht ;-)
AntwortenLöschenCarmen Bösch, LG 06Db