Eine ganze Stunde in der Natur kann ich mir zur Zeit nicht leisten, einfach so nichts machen, da sitzen, still sein, beobachten – langweilig, unnötig und sowieso nur Zeitverschwendung. Und doch habe ich es versucht. Schon öfter sass ich irgendwo und beobachtete das Geschehen um mich herum, dies aber oft nur an Flughäfen, Bahnhöfen oder in Untergrundbahnen (was ich immer am interessantesten fand), wo es viele Menschen hat, es mehr oder weniger laut ist und wenn ich nichts Besseres zu tun hatte. Deshalb kostete mich ein bewusstes ‚in die Natur setzten’ etwas Überwindung.
In dieser Zeit meine Gedanken los zu lassen war fast unmöglich, weil mich jedes Vogelgezwitscher, jeder Ast, jedes Rauschen des Baches an etwas erinnerte. Wenn ich die Gedanken weiter verfolgt hätte, wäre ich nicht zur Ruhe gekommen. Aus diesem Grund nahm ich mir vor, dem Rauschen des Baches nachzugehen. Ich hörte, sah den Bach jedoch gar nicht. Später dachte ich daran, dass es einige Dinge in meinem Leben gibt, die ich zwar „höre“ aber nur selten sehe oder mir überhaupt bewusst sind (z.B. die Produktion meines Kaugummis, die Unterstützung von Familie und Freunden, ein Lächeln...).
Könnte ich nun zu all den Sachen, die mir in meiner ‚Natur-Stunde’ begegneten solche Parallelen in meinem Alltag finden? Wahrscheinlich schon, würde ich länger und ernsthafter darüber philosophieren. Wichtig ist mir im Moment einige wenige Dinge von der Natur zu lernen, zu erfahren und dadurch auch mögliche Auswirkungen auf mich persönlich zu bedenken.
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Liebe Valentina
AntwortenLöschenIch fand es interessant, wie du dich ehrlich zu der Aufgabe, eine Stunde in der Natur zu sitzen und nichts zu tun, geäussert hast. Ich gehe sehr gerne in die Natur, auch um nichts zu tun, und fand den Auftrag daher ziemlich angenehm. Was ich aber in Wirklichkeit dann doch auch öfters mache, ist, wie du beschrieben hast, auf Bahnhöfen, Flughäfen oder ähnliches herumzusitzen und das Geschehen zu beobachten. Allein schon deswegen, weil mein Schulweg das begünstigt...
Du hast schöne Vergleiche gezogen, zwischen was du in der Natur beobachtet hast und mit Dingen vom Leben. Ich bin auch der Überzeugung, dass wir, würden wir uns Zeit nehmen, sehr viel von der Natur lernen könnten!
Schöne Grüsse
Virginia
Liebe Valentina
AntwortenLöschenAuch ich sezte mich selten in der Natur hin, meistens verbinde ich die Natur mit einer Aktivität - aber vielleicht wiederspiegelt das genau die Hektik in unserer Gesellschaft? Könnte schon sein, denn auch mir fällt es schwer, mich völlig der Natur hinzugeben - ohne dass einem, wie du es auch beschrieben hast, doch immer wieder alltägliche Erinnerungen/Erlebnisse in den Sinn kommen. Wir müssen wieder lernen, der Natur zuzuhören. Denn ich glaube auch, dass wir sehr viel von ihr lernen können --> wir müssen uns einfach die Zeit dafür nehmen.
hey valen...
AntwortenLöschenjaja, das bekannte Problem mit der Zeit. Ich hatte auch Mühe diesen Auftrag auszuführen. Es ist auch zu viel verlangt, in dieser hektischen Zeit eine Stunde die Natur zu beobachten... Bachelor, Diplomprüfungen, MNW,.... Solche und ähnliche Gedanken verfolgen einen sogar bis hin zu einem ruhigen Plätzchen in der Natur.
Ich habe bemerkt, dass ich recht ungeduldig bin. Schon 5 Minuten auf den Bus warten stressen mich. Doch eine ganze Stunde dasitzen... Das war eine Herausforderung...