An irgendeinem Tag in dieser Woche (tja, soviel zu Achtsamkeit!) hatte es geregnet. Als ich dann am Morgen aus dem Haus ging, lief ich mit dem Blick auf dem Boden zu meinem Auto. Da fielen mir die Regenwürmer auf, die da herumkrochen. Obwohl ich mit Regenwürmern nichts anfangen kann, freute ich mich sie zu sehen. Ich dachte, wenn diese schon wieder da sind, dann kann der Frühling auch nicht weit sein.
An einem anderen Tag, als ich mit einer Mitstudentin unterwegs war, hörte ich ein komisches Pfeifen. Da ich es nicht genau erkannt hatte, dachte ich an ein elektronisches Piepen. Als ich dann näher hinhörte, wurde es klarer: Vögelgezwitscher. Ich musste über mich selbst lachen und dann wurde mir bewusst, dass es das erste Mal in diesem Jahr war, dass ich Vögel zwitschern hörte.
Heute Morgen als ich aufgestanden bin, ging ich sofort zum Fenster, um zu schauen, ob es schneite. Ich war mit Autofahren an der Reihe und rechnete gemäss Wetterbericht mit Schnee. Und da war er: Anstatt Schnee zu sehen, blickte ich auf Bergspitzen, auf denen bereits die Sonne strahlte und sie rötlich färbte. Wie all zu oft, hatte ich kaum Zeit, um diesen Anblick zu geniessen. Wäre ich früher aufgestanden, hätte ich ein wenig zuschauen können, wie die Sonne immer mehr von den Bergen erhellte. Da fiel mir auf, dass ich ständig alles auf den letzten Drücker mache. So ist es auch kein Wunder, dass ich kaum Zeit finde, einfach mal stehen zu bleiben und mich an kleinen Dingen zu erfreuen bzw. diese überhaupt zu entdecken. Es liegt wohl auf der Hand, dass ich achtsamer werden muss, für das, was um mich ist.
Schon der Titel deines Posts hat mich sehr angesprochen. Aber auch die Punkte, die du ansprichst, haben mich sehr an meine letzten Tage erinnert. Die ersten Anzeichen des Frühlings haben mich besonders beschäftigt. Ich warte ja schon lange darauf, dass der Winter sich endlich endgültig verabschiedet. Da freue ich mich über jedes Lebenszeichen, das ich zurzeit vom Frühling wahrnehme.
AntwortenLöschenIm letzten Abschnitt beschreibst du, dass du alles immer auf den letzten Drücker machst. Auch hier habe ich mich sofort mit dir identifiziert. Mir bleibt dann oft auch gar keine Zeit für Achtsamkeit. Mir fällt aber auf, dass dies im Sommer oft etwas anders ist. Ich nehme mir dann einfach manchmal die Zeit. Dann mache ich es mir in einem Liegestuhl auf der Terrasse bequem und geniesse einfach die Wärme, die Geräusche und alles, was ich sonst noch wahrnehme. Das sind meist sehr entspannende Momente. Ich kann es dir also nur empfehlen, denn wir haben es uns schliesslich verdient ;-)
Carmen Bösch, LG 06Db