Ein für mich wichtiges Konsumgut ist die Jeans. Jeden Morgen ziehe ich mir eine Hose an, und wenn man in meinen Kleiderschrank schaut findet man vorwiegend Jeanshosen darin. Ich habe mir jedoch noch nie überlegt, wie sie hergestellt worden sind und was für eine (lange?) Reise sie gemacht haben, bis sie im Geschäft angekommen sind, in dem ich sie gekauft habe. Ich habe also ein bisschen im Internet recherchiert. Natürlich haben nicht alle Jeans denselben Weg hinter sich, bis sie beim Käufer im Schrank landen, ich denke aber, dass er sich doch schon im Grossen und Ganzen ähnlich ist.
Zuerst wächst die Baumwolle auf einem grossen Feld, wo sie geerntet werden muss. Dies kann von Hand oder mit einer Maschine geschehen. Weiter geht es in eine Spinnerei, wo sie zu Garn gesponnen wird. Dieses Garn wird zu Jeansstoff gewoben. Die Indigofarbe, die zum Färben der Jeans benutzt wird, wird an einem anderen Ort hergestellt, so muss sich der gewobene Stoff und die Farbe irgendwo treffen, wo sie miteinander verarbeitet werden können. Nach einer anschliessenden Veredelung (d.h. der Jeansstoff wird weich und knitterarm gemacht) wird die Jeans zusammengenäht. Die verschiedenen Materialien, die es dazu braucht, kommen aus den unterschiedlichsten Ländern. Zum Abschluss wird die Jeans gewaschen, und zwar mit einem Bimsstein, der ihr den sogenannten „Stone-washed-Effekt“ verleiht. Die Jeans werden dann in verschiedene Firmen verschickt, wo sie ein Label aufgenäht bekommt. Endlich wird sie in einem Modegeschäft in ein Regal gehängt, wo ein kaufwilliger Kunde sie dann erwerben kann.
Jeder Schritt der Jeansherstellung geschieht an einem anderen Ort, in einem anderen Land. Dass eine Hose eine halbe Weltreise macht, bevor ich sie kaufen kann, war mir ganz und gar nicht bewusst. So viele Menschen hatten die Jeans in der Hand und haben an ihr gearbeitet und viel Zeit dafür investiert. Ich gehe ins Geschäft, nehme sie, probiere sie vielleicht kurz an, bezahle und lege sie in meinen Schrank. Das benötigt nur wenige Minuten, und kein Gedanke erinnert mich daran, was die Jeans schon alles erlebt hat. Es war für mich sehr eindrücklich, diese Reise mitzuerleben. Wenn ich das nächste Mal eine Jeans kaufe, werde ich mich vielleicht fragen, was diese wohl schon alles erlebt hat?!
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Hallo Carmen
AntwortenLöschenIch finde es sehr eindrücklick, wie du die Reise einer Jeans geschildert hast. Unglaublich an wie vielen Orten, eine Jeans zuerst einen Halt macht, bevor wir sie in einem Geschäft kaufen können. Aber ich vermute die meisten Jeans waren zuletzt bevor sie bei uns ankommen in China, da ja zum grössten Teil auf einer Jeans immer "Made in China" drauf steht.
Beatrice Rissi Lg06Db
Ich wusste gar nicht, dass eine Jeans so viele Etappen hinter sich hat. Irgendwie unglaublich! Du hast geschrieben, dass jeder Schritt der Jeansherstellung an einem anderen Ort, in einem anderen Land geschieht. Denke man da nur an die Transporte in all diesen Ländern. Das erzeugt ja Unmengen an C02. Ich habe mich gefragt, wieso denn dieses ganze hin und her. Bin dann auf die Vermutung gekommen, dass dies evtl. eine Nachwirkung der Globalisierung sein könnte. Dank ihr können Unternehmen heutzutage auch dort produzieren, wo es am billigsten ist. Dies führt wiederum zu der Frage: Geld oder Umwelt?
AntwortenLöschenFlavia Dagostin, LG06De
Dein Thema der Jeans finde ich spannend! Es betrifft uns alle und ist uns durchaus nicht bewusst, dass so viele Arbeiter an ihr beteiligt sind. Die meisten Kaufpreise stimmen somit absolut nicht mit dem wirklichen Wert der Hosen überein. Wie teuer wären wohl Jeans, wenn die alle beteiligten Arbeiter einen angemessenen Lohn erhalten würden?
AntwortenLöschenIch musste schmunzeln, als ich das mit dem Waschstein gelesen habe. Auf eine Art ist es schon paradox. Leute arbeiten für uns, damit wir verwaschene Jeans tragen können...
Gabriela Huber LG 06C