Donnerstag, 5. März 2009

Ein Kaffee am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen…

… oder fast, wenn man bedenkt, was alles dahintersteckt, damit Kaffee in meine Tasse kommt.

Damit es überhaupt Kaffeekirschen gibt, muss ein Kaffeebauer diese erst pflanzen. Nach 4 bis 5 Monate werden die nun 30 bis 40 cm grossen Pflanzen in die Plantage verpflanzt. Die Kaffeekirschen werden von Hand gepflückt. Für 500g Bohnen muss ein Kaffeebauer 2,5 kg Kaffeekirschen pflücken. Er muss beim Pflücken aufpassen, dass er die beschädigten und unreifen Früchte aussortiert. Nach dem Pflücken werden die Kaffeekirschen gereinigt. Der Kaffeebauer lässt sie im Wasser aufquellen, so dass sich die Bohnen von der Kirsche trennen. Danach werden die Bohnen durch Gärung veredelt und dann wieder gewaschen. Nun stellt der Kaffeebauer die Bohnen für 4 Tage zum Trocknen unter die Sonne. Er muss sie dabei immer wieder wenden. Die trockenen Bohnen werden dann von Hand verlesen und in Säcke zu 60 bis 70 kg abgepackt. Die Säcke werden dann mit den Schiffen nach Europa transportiert. In Europa angelangt wird der Kaffee nochmals veredelt. Danach wird der Kaffee gemischt und in Maschinen geröstet. Nach dem Rösten wird der Kaffee verpackt und zu den Lebensmittelgeschäften transportiert.

Es haben einige Menschen dazu beigetragen, dass ich jeden Tag meinen Kaffee trinken kann: der Kaffeebauer, die Exporteure und die Schiffsleute, der Lastwagenfahrer, der die Bohnen in die Fabriken fährt, die Verantwortlichen für die Maschinenbedienung und den Röstvorgang, die Verpackungsspezialisten, die Verladungsmitarbeiter und dann die Angestellten im Lebensmittelladen, die den Kaffee ins Regal stellen. Dank der Arbeit dieser Menschen ist es mir überhaupt erst möglich Kaffee zu trinken. Sicher, ich bezahle für den Kaffee den ich kaufe, trotzdem erhalten in vielen Fällen, diejenigen die am härtesten Arbeiten müssen, nur einen winzigen Teil davon. Im schlimmsten Falle unterstütze ich mit dem Kauf des Kaffees sogar diesen unfairen Handel und zu allem Übel vielleicht auch noch die Kinderarbeit (gemäss Unicef arbeiten viele Kinder zwischen 10 und 13 Jahren auf Kaffeeplantagen). Die Arbeit auf einer Kaffeeplantage ist nicht leicht. Viele Bauern können durch den gesunkenen Rohkaffeepreis ihre Produktionskosten nicht senken und leiden an Unterernährung. Wie sollen sie da noch die Kraft haben überhaupt arbeiten und ihre Familie ernähren zu können?

Ich denke, dass man jetzt nicht ganz auf Kaffee, Schokolade oder Jeans verzichten muss. Schon aus dem Grund, dass dann die Bauern, wenn die Nachfrage sinkt noch weniger verdienen würden. Ebenfalls würde der Rohkaffeepreis noch weiter sinken, weil es zu viel Kaffee auf dem Markt hätte. Wichtiger ist es, dass man bewusster konsumiert bzw. einkauft, in dem man Fairtradeprodukte bevorzugt und im Falle der Jeans auf Biobaumwolle achtet.

1 Kommentar:

  1. Wie du am Schluss geschrieben hast, wäre es in solchen Fällen eben wichtig auf Fairtrade-Produkte zu achten. Aber da taucht wieder das Problem auf: Nehm ich jetzt die teuren Fairtrade-Kaffebohnen oder die billigere Packung... Und wie du geschrieben hast, wenn die Nachfrage der billigen Packungen sinkt, dann verdienen diese ja noch weniger wie ohnehin schon. Das ist irgendwie eine verzwickte Lage. Vielleicht müsstes du weniger Kaffee trinken? :) Ist zwar schwer als Italienerin. ;)
    Bei uns zu Hause wird auch viel Kaffee getrunken (ich trinke keinen, mag das nicht), welche Bohnen eingekauft werden, weiss ich nicht. Ich glaube einfach die, die am besten schmecken. Du könntest ja mal eine Packung Fairtrade-Bohnen kaufen. Und wenn dir diese genau so gut schmecken wie die, die du sonst kaufst, kannst du ja umsteigen...

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