Mittwoch, 25. Februar 2009

Zeitungsberichte unter die Lupe nehmen

Klimawandel wirkt sich dramatischer aus als angenommen
Tages-Anzeiger, vom 23. Februar 2009

Stephen Schneider und sein Team von der amerikanischen Stanford Universität beschreiben die aktuellen Werte als besorgniserregend. So reagieren Ökosysteme wie tropische Korallengriffe empfindlicher als angenommen auf die globale Erwärmung. Die unterschätze Auswirkung des Klimawandels zeigt sich auch daran, dass immer häufiger extreme Wetterereignisse wie Dürreperioden, Hitzewellen, und tropische Wirbelstürme auftreten würden. Auch ihre Folgeschäden sind grösser als noch zu Beginn des Jahrzehnts vermutet worden war. Die Experten erwarten, dass die Eisschichten in Grönland schneller schmelzen würden als vorhergesagt sowie extreme Temperaturen bis zu 50 Grad Celsius in Australien und Indien.

Stephen Schneider und sein Team haben den Ausstoss der Treibhausgase und den globalen Temperaturanstieg in den vergangenen Jahren beobachtet. Die Werte liegen im oberen Bereich der früheren Prognose des Weltklimarates IPCC.

Saubere Luft verstärkt die Klimaerwärmung
NZZ Online, vom 17. Februar 2009

Gemäss einer Studie soll der Temperaturanstieg der letzten 25 Jahre in Europa nur zur Hälfte aufs Konto von Treibhausgasen gehen. Luftreinhaltemassnahmen trugen ebenso stark dazu bei. Kurz gesagt, hilft uns die Luftverschmutzung gegen die Klimaerwärmung.

Einige Forscher von MeteoSchweiz haben den Einfluss vom Menschen freigesetzter Aerosole auf die Entwicklung des Klimas in der Schweiz und in Deutschland untersucht. Aerosole sind winzige Schwebeteilchen wie z.B. Russ, welche die Sonnenstrahlung reflektieren und damit die Erde abkühlen können. Durch die Luftsäuberung kommen immer weniger dieser Teilchen in der Luft vor, die dann nicht mehr zur Abkühlung der Erde beitragen können. Einen Beweis dafür kann man in den Jahren nach dem 2. Weltkrieg finden, in denen die Luftverschmutzung stark zunahm. Dies soll jedoch der Klimaerwärmung entgegengewirkt haben, das durch einen leichten Temperaturrückgang in den Jahren 1950 bis 1980 zu erkennen ist. Die Forscher verglichen an 25 Standorten in der Schweiz die Sonneneinstrahlung mit der Trübung der und berechneten, wie gross die Zunahme der Wärmestrahlung durch den Treibhauseffekt ist. Sie fanden heraus, dass die Abnahme der Aerosol-Konzentration in der Luft mindestens die Hälfte des Temperaturanstiegs seit den 80er Jahren erklärt.

Aufgrund der Resultate gehen die Forscher davon aus, dass sich die Klimaerwärmung in den nächsten Jahrzehnten etwas verlangsamen könnte. Jedoch möchten die Forscher sich missverstanden werden. Sollte die Menschheit ihren Ausstoss von Treibhausgasen nicht drastisch drosseln, würde sich das Klima trotzdem weiter erwärmen. Der Anstieg würde jedoch nicht so stark sein, wie es die düsteren Prognosen des Weltklimarats IPCC voraussagten.

Der erste Gedanke der mir beim Lesen beider Artikel in den Sinn gekommen ist: „Will man mich auf den Arm nehmen?!?!“. Im ersten Zeitungsartikel steht, dass die Auswirkungen schlimmer sein werden als es der Weltklimarat vorausgesagt hatte und im zweiten steht, sie werden nicht so düster sein. Hallo? Was soll man dazu noch sagen. Wie ergeht es wohl einem Menschen, der sich über Umwelt und Nachhaltigkeit nicht so viele Gedanken macht, wenn er zuerst den einen und dann den anderen Artikel liest. Eine Reaktion könnte sein: Es ist höchste Zeit, dass ich auch etwas dazu beitrage. Nach dem zweiten Artikel: Ach so, also ist es nicht mal so schlimm wie befürchtet, da kann ich ja noch warten. Gut, ich gebe zu, es ist ein bisschen ein schlechtes Beispiel, denn dann müsste dieser Mensch sehr egoistisch sein. Aber ich denke, diese Berichte in den Medien können durchaus ein wenig verwirren. Nicht nur, dass Berichte über Umwelt und Nachhaltigkeit meistens einen kleinen Platz in den Zeitungen erhalten, sie sind zum Teil auch sehr unstimmig. Das Beste hier ist es sich eine eigene Meinung zu bilden. Ich denke jeder Mensch ist sich über die Folgen für die Umwelt der eigenen Lebensweise bewusst. Die Frage ist es, ob er es wahrhaben will oder nicht.

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